Physioberatung
Wer will sich nicht mit bequem auf den Fahrrad bewegen?
Ermüdungsfrei mittlere Strecken zurücklegen und neue Wege erkunden?
Ergonomigerechte Produkte sorgen für Komfort und gleichbleibende Leistung. Mit leichten Rahmen geht es besser bergauf und sicherer in die Kurve.
Effektive Federungen in der richtigen Qualität und am richtigen Ort eingesetzt verhelfen zu Bequemlichkeit und Sicherheit bei Unebenheiten.
Individuelle Auswahl und Abstufung der Schaltung sorgt für optimales Ausnutzen der Leistungsfähigkeit.
Es ist heute dank der fortgeschrittenen Technik möglich, die individuelle Sitzposition auf dem Rad einzustellen.
Natürlich sind die Produkte ohne ihre richtige Anpassung nur die Hälfte wert. Die eingestellten Winkel müssen zueinander passen, damit das Ziel der Beschwerdefreiheit erreicht wird.
Im folgenden Text, sind alle Zonen des Körpers nacheinander aufgeführt, von denen wir wissen, daß sie Problemzonen sind, und wir stellen Ihnen Lösungsmöglichkeiten vor:
1.) Wirbelsäule
"Aufrecht" zu sitzen (max. 80 Grad) empfiehlt sich nur in Verbindung
mit einem vollgefedertem Rad. Die Stöße, die von Unebenheiten
beim Fahren auf das Rad einwirken, werden beim "Fully" durch
die Federung abgefangen. Säßen Sie so auf einem ungefederten
Rad, wären Ihre Bandscheiben der Dämpfer.
Aufrecht
sitzend (~80°)
Der Dämpfer an einem "Fully" sollte auf Ihr Gewicht eingestellt
sein, sonst ist ein "Fully" sinnlos, entweder sitzen Sie auf
einem Sofa, welches bei jeder Pedalumdrehung mithoppelt, oder auf einem
Brett und die Stöße gehen trotz "Fully" in Ihre Bandscheiben.
Die schlechteste Methode auf einem Fahrrad zu sitzen, ist die Rundrückenposition.
Hier werden die Bandscheiben mehrfach belastet, die Atmung ist nicht frei
und der Schulter/Nackenbereich verkrampft sich.
Richtig sitzt man auf einem ungefedertem Rad in einer Position von ca.
60 bis 45 Grad. Schultern und Nacken sind entspannt, und das Körpergewicht
ist gut auf alle "Ablageplätze" am Rad, Lenker, Sattel,
Pedale, verteilt. Hier empfiehlt sich zur Abdämpfung der harten Stöße
in die Wirbelsäule eine gefederte Sattelstütze besonders bei
Rädern aus Aluminium und /oder eine gefederte Gabel vorn.
Sitzposittion ~60-45°
Um eine für die Wirbelsäule korrekte Sitzposition zu erhalten,
ist als erstes mal die für die Körpergröße optimale
Rahmenhöhe die Voraussetzung. Wer ein ungefähres körperliches
"Normmaß" hat, hat hier keine allzu großen Probleme,
etwas passendes zu finden. Für ganz lange und ganz kleine Menschen
findet sich im guten Fachhandel (natürlich bei uns) bestimmt auch
eine Lösung.
Jeder Hersteller verwendet meist eine andere Rahmengeometrie. Oft macht
schon der Unterschied von einem halben Zentimeter Länge ein anderes
Fahrgefühl aus.
Man kann sich selbstverständlich auch einen Rahmen auf die eigenen Maße zuschneidern lassen. Der paßt dann garantiert.
2.) Schultern / Nacken
Hier machen sich bei falscher Sitzposition meist die ersten Beschwerden bemerkbar. Verspannungen, Ziehen und Stechen und der Wunsch, den Kopf am liebsten auf die Brust baumeln zu lassen, anstatt ihn verkrampft aufrecht halten zu müssen, um etwas im Straßenverkehr zu sehen, sind die Anzeichen dafür.
Wir können Ihnen meistens helfen, indem wir einen anderen Vorbau montieren, möglichst einen verstellbaren, der die Sitzposition nach oben variabel ausrichtet. Ob der Lenker gewechselt werden müßte, hängt davon ab, was Sie genau für Beschwerden haben. Wird die Position mehr in die senkrechte Haltung verschoben, wird das Gesäß mehr belastet und es ist zu prüfen, ob der vorhandene Sattel dem verändertem Druck statthalten kann, oder ob, damit die Beschwerden sich nicht von den Schultern in den Allerwertesten verschieben, ein anderer Sattel montiert werden müßte.
3.) Hände
Wenn es in den Fingern kribbelt, einzelne Finger einschlafen und/oder
es in den Handgelenken zieht, sind durch falsche Sitzposition und Griffhaltung
meist Nerven eingeklemmt.
Wenn das Handgelenk abgeknickt ist, und der Lenker nicht die richtige
Form und Breite hat, kann das den Fahrspaß empfindlich beeinträchtigen.
Man kann diese Probleme mit Anpassung des vorhandenen Lenkers an die Schulterbreite
verbessern, so die Lenkerform dies zuläßt. Weiterhin ist die
Montage eines neuen Lenkers, eventuell in Verbindung mit einem neuen Vorbau
(siehe oben) nötig. Empfehlenswert ist
ein Multipositionslenker.
Er läßt die meistmöglichen Griffpositionen zu und ist
auf jeden Fall für Tourenradler zu empfehlen, die auf längerer
Strecke öfter mal die Handposition verändern sollten.
Weiterhin können noch ergonomisch geformte Griffe montiert werden, die dem Handgelenk seine korrekte Position auf dem Lenker vorgeben.
Sie sollten auch darauf achten, Ihre Griffe nicht zu lange zu fahren,
sie werden mit der Zeit oft spröde und rissig und das fängt
dann oft an zu drücken oder einzuschneiden. Wenn Sie es ganz komfortabel
möchten und die Probleme loswerden, lassen Sie sich eine gefederte
Vordergabel einbauen. Diese nimmt die Stöße auf, die Sie sonst
mit den Händen und den Schultern auffangen müssen.
4.) Das Gesäß
Hier kommen die meisten Klagen. Dabei ist das oft am Einfachsten!
Auf einem neuen Rad, wie es meist in den Läden steht, ist ein Sattel,
aber kein besonderer. Auch Räder für Frauen werden oft mit dem
selben Sätteln ausgeliefert, wie Räder für Männer,
obwohl es doch jedem klar sein müßte, daß da doch ein
kleiner Unterschied ist. Frauen haben ein breiteres Becken und somit muß
der Sattel breiter sein, da die Sitzhöcker weiter auseinander liegen!
Frauen finden Männersättel unbequem und Männer finden Frauensättel
unbequem. Ist doch logisch.
Außerdem haben Frauen und Männer an anderen Stellen ihre Druckempfindlichkeiten.
Wenn Sie hier Beschwerden haben und glauben, daß radfahren deshalb
nichts für Sie ist, dann lassen Sie sich von uns überzeugen.
Es gibt anatomisch geformte Sättel für Frauen, wie für
Männer, für jede Sitzposition und jede Haltung. Die verschiedenen
Sattelhersteller sind von unterschiedlichen Beckenformen ausgegangen und
das ist auch gut so. Die Sättel sind mit den unterschiedlichsten
Materialien gefüllt und/oder haben Aussparungen an den neuralgischen
Punkten.
Wenn Sie unterschiedliche Sättel testen, (bei uns selbstverständlich
möglich) ersitzen Sie sich Ihren Sattel selbst.
Weiterhin ist die Sattelneigung noch von bedeutender Rolle. Wir probieren
das gerne mit Ihnen so lange aus, bis es richtig sitzt.
Es hilft hier nur eins: immer wieder verstellen, probefahren, verstellen,
probefahren bis es sich richtig gut anfühlt.
Aber: die Geduld lohnt sich. Wenn Sie mit einem breiten Grinsen auf dem
Gesicht unsren Laden verlassen, weil Sie das erste Mal bequem auf Ihrem
Rad sitzen, freuen wir uns garantiert mit Ihnen.
5.) Hüfte
Für die Regeneration des Hüftgelenks ist radfahren grundsätzlich
gut. Sollten Sie bereits Bewegungseinschränkungen in der Hüfte
haben, ist auf eine niedrige Durchstiegshöhe des Rahmens zu achten.
Dies ist technisch heute möglich, da neue Rahmenmaterialen es ermöglichen,
einen sehr tiefen Einstieg zu schaffen und dennoch einen stabilen Rahmen
zu bauen. Auf jeden Fall ist, wie bei allen Gelenkproblemen im Gehapperat,
in kleinen Gängen zu fahren.
Eine andere Variante ist ein Scooterbike. Hier werden auch gleichzeitig
die Knie wunderbar entlastet. Ein Scooterbike zu fahren erfordert etwas
Übung, da man sich erst daran gewöhnen muß, mit einer
veränderten Lenkung und einer tieferen Sitzposition umzugehn, es
bietet aber wirklich Komfort für alle Gelenke.
6.) Knie
Knieprobleme entstehen meist durch eine falsch eingestellte Sattelhöhe.
Faustregel ist: Mit dem Fußballen aufs Pedal stellen. Dann darf
das Knie nicht durchgedrückt sein! Es muß noch eine leichte
Beugung aufweisen. Sonst ist der Sattel zu hoch eingestellt und Ihr Kniegelenk
wird überdehnt. Ist der Sattel zu niedrig, wird die Kniescheibe zu
sehr belastet.
Wir hören immer wieder das Argument, daß man in der richtigen
Sitzposition gar nicht mehr mit dem Fuß auf den Boden käme.
Hier kommt es auf die Propotionen von Ihrer individuellen Körperform
und der Rahmengeometrie an. Der Abstand vom Pedal zum Boden und Ihre Schuhgrösse
sind dafür ausschlaggebend. Ab Größe 48 kommen Sie bei
jedem Fahrrad auf den Boden!
Möglicherweise Sie kommen nicht runter und sitzen dafür aber
in einer richtigen Position. Besser an der Ampel absteigen als ein Gelenk
verschleißen.
Bei schon vorhandenen Knieproblemen können wir über Verbesserungsmöglichkeiten
Ihrer Schaltungsübersetzung reden. Da läßt sich oft noch
einiges machen. Hier gilt:
Fahren Sie eine hohe Drehzahl auf dem vorderen Kettenblatt. Wir sprechen
von Trittfrequenz/Umdrehungen der (Tret-) Kurbel pro Minute. Gesundheitsfördendes
Radfahren beginnt bei 60 Kurbelumdrehungen pro Minute. Die Knorpelregenerierung
kann erst bei einer starken Durchblutung des gesamten Kniegelenks stattfinden.
Sie sollten auf jeden Fall immer in leichten Gängen fahren, besonders
beim Anfahren. Fahren Sie schaltfreudig!
Weiterhin ist es heute möglich, Elektroräder zu benutzen, die
eine Technik haben, daß Sie z:B. am Berg den Motor zuschalten können.
Somit haben sie den Trainingseffekt des Radelns erhalten und können
die Gelenke entlasten, wenns mal schwer wird. Es existiert sogar die Möglichkeit,
einem vorhandenen Rad unter Umständen einen Elektromotor hinzuzufügen.
7.) Fuß
Hier können die Zehen einschlafen, es kann kribbeln und im Fußgelenk
stechen. Meist ist die Sattelhöhe nicht korrekt eingestellt. Das
andere Problem, was wir häufig finden, ist, daß der Fußballen
nicht so auf dem Pedal liegt, wie es für schmerzfreies Fahren notwendig
ist. Stellen Sie sich auf die Zehenspitzen (natürlich nicht wie im
Ballett, sondern wie wir es im Turnunterricht gemacht haben!). Sie stehen
nun auf dem Fußballen, der auf der Pedalachse aufliegt. Achten Sie
darauf, die Pedale nicht mit dem Fußgewölbe zu betätigen.
Dies ist ein häufig auftretender Haltungsfehler, wodurch die gesamte
Sitzhaltung zum Negativen verändert werden kann. Bei Schiefstellungen
von Gelenken kann die Einstellung der Sitzposition stark variieren.(nehmen
Sie sich für Ihre Sitzposition viel Zeit). Radfahren mit zu engen
Schuhen oder sehr weichen Sohlen bereitet nicht lange Freude. Es kommt
zu Druckschmerzen.
8.) Brillenträger
Der obere Rand der Brille ist hier für das Wohlgefühl entscheidend.
Schneidet der Brillenrand das Sichtfeld, wird der Kopf automatisch zu
weit nach hinten gekippt und es kommt zu einer Nackenüberdehnung,
die auf längere Strecken schmerzhaft sein kann. Sie sollten dann
entweder die Brille anpassen oder Ihre Sitzposition. Natürlich haben
wir gute Brillen zum Radfahren vorrätig, u.a. auch Modelle, die mit
optischen Gläsern versehen werden können.
9.) Kleidung
Wenn Sie nicht gut durchatmen können und/oder das Gefühl haben,
Ihre Beine fühlen sich beengt an, versuchen Sie es mal mit einer
weiteren Hose. Das klingt jetzt vielleicht simpel, es ist aber angewandte
Praxis. Lange Röcke und wogende Mäntel bergen Gefahrenpotential
und sind nicht zu empfehlen. Regen und Kälte allerdings sind heutzutage
kein Argument mehr, nicht radzufahren. Es gibt Funktionsbekleidung, sowie
auch Schuhe, die Feuchtigkeit und Wind sehr gut abhalten.
10.) körperliche Einschränkungen
Für körperliche Einschränkungen gibt es Spezialfirmen
auf dem Markt, die Lösungen anbieten.Fragen Sie uns.
